Schwerpunktschule | Sonderpädagogischer Förderbedarf

1. Aufgaben der allgemeinen Schule

Die Schulen aller Schularten und die Lehrkräfte (insbesondere in den Grundschulen) haben einen Auftrag zur individuellen Förderung (§ 10 Abs. 1 SchulG). Die Grundschulordnung sieht ausdrücklich vor, Schülerinnen und Schüler an schulisches Lernen heranzuführen und Zeit zum Lernen zu gewähren, und betont die Verpflichtung zur individuellen Förderung (§§ 28 und 33 GSchO).

Für Schülerinnen und Schüler, für die diese individuelle Förderung in der besuchten Grundschule nicht ausreicht und bei denen sonderpädagogischer Förderbedarf vermutet wird, kann das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet werden (§ 10 Abs. 4 GSchO). Die Eltern sind darüber zu informieren und anzuhören. Das Ergebnis der Anhörung ist festzuhalten. Die besuchte bzw. zuständige Schule entscheidet, ob sie das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs einleitet.

Die Eltern haben dabei ein Recht auf Beratung über die Förderung ihres Kindes und auf die Erläuterung des Förderplans. Wünschen die Eltern nach eingehender Beratung dennoch die Einleitung des Verfahrens, dann können sie sich an die Schulbehörde wenden. Diese entscheidet im Konfliktfall. 

2. Anmeldebogen und Förderbericht: Erforderliche Informationen bei der Anmeldung zum Verfahren

Die Unterlagen zur Einleitung des Verfahrens sind dann vollständig, wenn bei der Anmeldung von Schülerinnen und Schülern mit vermutetem sonderpädagogischem Förderbedarf der Förderbericht der besuchten Schule vorliegt.

Dieser wird von der Klassenleitung der besuchten Schule unter Mitwirkung der beteiligten Lehrkräfte erstellt und enthält insbesondere folgende qualitative und quantitative Beschreibungen und Informationen:

  • Beschreibung der durchgeführten passgenauen Fördermaßnahmen
    (Art, Umfang und Ergebnis) auf Basis eines individuellen Förderplans,
  • Beschreibung des derzeit erreichten Lernstands und der Ergebnisse der Förderung,
  • gegebenenfalls Gespräche mit der vorher besuchten Schule,
  • Informationen aus der Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen und Institutionen, beispielsweise Kindertagesstätten,
  • Informationen zu den Beratungsgesprächen mit den Eltern,
  • ggf. Informationen zu außerschulischen Fördermaßnahmen.

Die Lehrkräfte der besuchten Schule sind aufgefordert, aktiv bei der Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfes mitzuwirken – als Ausdruck ihrer pädagogischen Verantwortung für die Förderung der Schülerin/des Schülers ihrer Schule. Wenn sich im Laufe der Bearbeitung der Anmeldung ergibt, dass die Förderung an der besuchten Schule noch nicht ausgeschöpft ist, wird das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs in der Regel nicht weitergeführt.

Die Gutachterin/der Gutachter (Förderschullehrkraft) informiert in einem solchen Fall die Schulleitung, die über das weitere Vorgehen entscheidet. Im Konfliktfall trifft die Schulbehörde die Entscheidung.

Wird das Verfahren nicht fortgeführt, soll eine Beratung der Schule im Hinblick auf die Fortführung der individuellen Förderung und der Fortschreibung des Förderplans unter Einbeziehung der Eltern erfolgen. Diese Regelungen gelten nur für die vermuteten sonderpädagogischen Förderschwerpunkte Lernen und Sprache.

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